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Ausgezeichnet: Begabtenförderung Uster

12. September 2020
Die LISSA–Stiftung für hochbegabte Kinder hat die Begabtenförderung der Primarschule Uster ausgezeichnet. Sie verlieh Anfang September dem Team der Begabtenförderung Uster den LISSA-Preis für das Konzept zur Begabungs- und Begabtenförderung. Uster setzt das Konzept seit 2003 ein und hat es seither stets weiterentwickelt.

Beeindruckt haben die Jury der Stiftung LISSA für hochbegabte Kinder der breite, mehrschichtige Aufbau des Konzepts sowie das fachliche und pädagogische Fundament. Die Laudatio hat insbesondere das Ustermer Drei-Säulenmodell gelobt. Es entspreche der modernen Auffassung von Begabungs- und Begabtenförderung: Gefördert wird über drei Ebenen. Es beginnt beim regulären Unterricht mit offenen und erweiterten Lernformen, denen altersdurchmischte Atelierkurse für besonders interessierte Kinder folgen, bis hin zum «Förderband» genannten Angebot für hochbegabte Schülerinnen und Schüler.

Atelierkurse und Förderband

Die Atelierkurse sind beliebt, die Auswahl aus den Bereichen Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften ist vielfältig. Pro Atelierstandort nehmen 36 Schülerinnen und Schüler an den drei Kursen teil. Hier haben die Lehrpersonen auch die Möglichkeit, Hochbegabte zu entdecken. Laut Michael Ulrich, einem der Verantwortlichen der Begabtenförderung, betrifft dies speziell Mädchen, die in der Klasse zu wenig auffallen. Mit seinen Kolleginnen Christine Andrey und Marianne Buser teilt er sich die 160 Stellenprozente, welche die Primarschule Uster in die Begabtenförderung investiert. Von den 2300 Schülerinnen und Schülern in Uster besuchen pro Jahr 288 einen Atelierkurs und 42 den weiterführenden «Förderband»-Unterricht. Ein Erfolg, der sich an internationalen Vergleichen messen lässt, was die LISSA-Preisjury besonders beeindruckt hat.

Filmprojekt verleiht Flügel

Den Preis erhielt zum einen das Konzept und zum andern auch ein Kurzfilm. Dieser stellt die Begabtenförderung Uster und deren Entstehungsgeschichte vor. Acht Schülerinnen der Förderbandgruppen von Michael Ulrich haben ihn gedreht. Sie haben vom Drehbuch über die Aufnahmen bis hin zur Titelmusik alles selber produziert. «Als ich von der Ausschreibung des LISSA-Preises erzählte, war die Begeisterung gross. Die Ideen sprudelten, und das Projekt wurde zu einem Selbstläufer», berichtet der 51-Jährige. Er habe nur bei Unklarheiten und technischen Problemen eingegriffen. Ihren Anteil von rund einem Drittel des Preisgeldes von 1000 Franken haben die Mädchen in eine Patenschaft der Greifvogelstation Berg am Irchel investiert. Kürzlich durften sie zusammen eine gesunde, kräftige Schleiereule in die Freiheit entlassen. «Dies steht schon fast sinnbildlich für die Ziele der Begabungs- und Begabtenförderung der Primarschule Uster», so Ulrich.

«Die Auszeichnung für das Konzept, das ich gemeinsam mit meinem ehemaligen Arbeitskollegen Thomi Engel vor rund 20 Jahren erarbeitet habe, ist eine schöne Anerkennung», sagt Michael Ulrich. Seit 2003 arbeiten er und das Team der Begabungs- und Begabtenförderung der Primarschule Uster nach diesem Konzept, das das Begabtenförderungs-Team stetig weiterentwickelt und den Bedürfnissen anpasst: Das Team kann ab diesem Schuljahr auch in den Schulen Nänikon, Gschwader und Pünt vollwertige Atelierkurse anbieten.

Das ist ein Foto von den drei Personen, die den Preis erhalten haben.
LISSA-Preisträger 2020: Christine Andrey, Michael Ulrich, Marianne Buser (v.l.)